Nachdem wir den Rahmen für unser CYY Retreat gesteckt haben, wollten wir spontan in die Januar-Sonne, spazieren gehen. Was dann geschah…

Wir lernten eine ungewöhnliche Straße kennen. Denn die Süderstraße in Hamburg ist voller Geschichte. Und diese Straße führte uns – vorbei an Freuden- und Autohäusern – zum Störtebeckerhaus und in das Störtebeckerhaus hinein.

Wenn wir anderen begegnen und für einander da sind, wird es heller und schöner

Zwischen abgewracktem Wellblech und Hunderttausenden Autos tauchte dieses wunderbare Gebäude mit Marmor und Wappen auf und ließ uns über Werte, Schönheit, Vergänglichkeit und Veränderungen nachdenken. Auch über Demut, denn diesem Stadtteil ist im Krieg schlimmes widerfahren.

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So wie jetzt die Feuer in Australien wüten, brannte hier in einem Feuersturm 1943 ein ganzer Stadtteil nieder. Störtebeckerhaus wurde in 2004 fertig gestellt und strahlt typische hanseatische Tradition aus. Es bewahrt Geschichte und ist gleichzeitig offen für Ideen und Kreativität.

„Der Geist der Mannschaft bestimmt die Fahrt. Unter vollen Segeln zu neuen Unternehmungen…“

Klaus Störtebecker

Die Neugier trieb uns ins Treppenhaus. Eine Frau, die vorbeikam, fragte uns, ob wir mehr Licht für unsere Bilder brauchen. Menschen begegnen, die uns Licht im Leben machen, wie wunderbar! Denn genau darum geht es uns: wenn wir anderen begegnen und für einander da sind, wird es heller und schöner.

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Die Rotonda, geschmückt mit den Wappen aller Bundesländer
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Eine super schöne Wendetreppe

Wo wir herkommen und was wir bereits aufgebaut haben, wertschätzen

Und dann waren wir an der Bille und ganz spontan beim Herrn B., der in der dritten Generation eine Metallbauwerkstatt betreibt.

In den Räumen und auf den Flächen, die 1948 aus Trümmern aufgebaut wurden, arbeiten heute mehrere Firmen unter einem Dach und co-existieren friedlich. Doch diese Existenz ist in Gefahr: durch die enorm hohe Erbschaftssteuer kann Herr B. die Immobilie unter Umständen nicht halten. In unserem Gespräch ist uns ganz deutlich geworden, wie wichtig es ist, unsere Geschichte, unsere Wurzeln und das, was wir bereits aufgebaut haben, wertzuschätzen.

Wir haben uns gefragt, was wir dafür tun können, dass diese Gemenschaft an der Bille in diesen Räumen bewahrt wird. Uns kam sofort in den Sinn das Bild, wie wir in Zukunft arbeiten möchten. So war auch diese menschliche Begegnung magisch.

Einfach losgehen, die Essenz

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  1. Nicht alles, was neu ist, ist besser. Auch das Bewahren des Alten, des Bestehenden kann erfüllend sein und der Seele gut tun. (Nadja, die sonst so gern Neues mag)
  2. Noch viel mehr als früher sind unterstützende Gemeinschaften wichtig. Wir sollten noch mehr miteinander sprechen, einander begegnen, einander wahrnehmer – so wie das früher war. (Birgit)

Mit diesen Musengedanken fahren wir am Freitag zum Schaalsee. Dort freuen wir uns auf die Teilnehmer des CYY 2020 Retreats, ein neues Format, bei dem wir die CYY Traditionen bewahren werden.

Begegnungsbeseeelt, Birgit und Nadja